Escritoras y Pensadoras Europeas
I+D del Ministerio de Educación y Ciencia (Duración: 3 años. Ref. HUM 2005-06658/FILO)
Investigadora Principal Dra. Mercedes Arriaga
Universidad de Sevilla
Escritoras y Pensadoras Europeas
Sophie Mereau Brentano (1770 - 1806)
- Período Literario: Romanticismo
- Lengua en la que escribe: alemán
Sophie Friederike Mereau wurde am 27. März 1770 in Altenburg geboren. Für eine Frau des 18. Jahrhunderts hatte die aus einem bürgerlichen Haus stammende Sophie Schubart eine sehr gute Ausbildung, die sie dem Vater verdanken sollte. Obwohl sie gegenüber der Ehe große Vorbehalte empfand, heiratete sie 1793 aus ökonomischen Gründen den Jenaer Juraprofessor Friedrich Ernst Carl Mereau. Mit ihm hatte sie eine Tochter. Die Mereaus lebten in Jena, wo Sophie durch die reichhaltigen Kontakte ihres Ehemannes Friedrich Schiller kennen lernte. Schiller erkannte ihr Talent und förderte sie. Als das „Wahrzeichen Jenas“ angehimmelt und angedichtet, galt ihr Haus als geselliger und kultureller Mittelpunkt der Stadt. Alle wichtigen Persönlichkeiten der Zeit kannten und schätzten sie. Sie war Autorin von zwei Romanen: Das Blüthenalter der Empfindung (erschien 1794 anonym) sowie Amanda und Eduard. Ein Roman in Briefen (1803). Immer und immer wieder wird ein Thema variiert: die Feier der freien, glückhaften Liebe, jenseits des Käfigs der Ehe, die Frau, die nicht passiv erduldet, sondern selbsttätig ihr Schicksal ergreift und eine Genußmoral gepredigt. Natur- und Landschaftsgedichte machten die Mereau berühmt, in denen ihre Phantasie zu symbolisieren liebte und alles, was sich ihr darstellt, als Ausdruck von Ideen behandelt wurde: Des Lieblingsörtchens Wiedersehen (1796), Schwarzburg (1796), Die Landschaft (1797), Im Frühling (1798), Bergphantasie (1798), Der Garten von Wörlitz (1798). Ihr erstes veröffentlichtes Gedicht preiste die Ideale der französischen Revolution (Bei Frankreichs Feier, 1791). Freiheit, Harmonie, Liebe und Selbsttätigkeit waren ihre Schlüsselworte. Beruflich erfolgreich, war Sophie Mereau in ihrer Ehe nicht glücklich. Sie wollte die Ideale der Romantik leben, sehnte sich nach Liebe und Freiheit und prägte sich ein eigenes Wort für ihre ersehnte Existenzform: „Selbstbestandheit“. Sie hatte mehrere Affären, u. a. mit Friedrich Schlegel und Clemens Brentano. 1801 ließ sie sich im Herzogtum Sachsen-Weimar scheiden. Gemeinhin gilt dies als die erste Scheidung im Herzogtum. Gemeinsam mit ihrer Tochter baute sie sich ein neues Leben auf. Als sie jedoch von Clemens Brentano schwanger wurde, heiratete sie ihn im Jahr 1803. Clemens Brentano zuliebe wurde sie viermal schwanger. Daß die Frau selbst Geld verdienen müsse, um frei zu werden, hat Mereau frühzeitig erkannt und gearbeitet wie kaum eine: Sie übersetzte englische Prosa, Spanischen und Italienische Novellen (1804/06), Erzählungen des Boccaccio und seinen Liebesroman Fiammetta (1806, bis heute aufgelegt), aus dem Französischen u.a. die Persischen Briefe des Montesquieu (1801/02) und die Briefe der Ninon de Lenclos. Beiträge für Almanache und Taschenbücher entstanden, die sie zum Teil auch selber herausgab und die sich an Frauen wandten: Kalathiskos (1801/02), den Göttingen Musenalmanach für das Jahr 1803, die Bunte Reihe kleiner Schriften (1805). Die Beiträge enthielten auch ihre Erzählungen wie Marie (1798), Elise (1800) Einige kleine Gemälde (1801), oder Die Flucht nach der Hauptstadt (1806). Durch Clemens Brentanos Eifersucht und besitzergreifende Art fühlte sie sich zunehmend eingeschränkt. Einer Freundin schrieb Sophie, das Zusammenleben mit Clemens enthalte Himmel und Hölle, aber die Hölle sei vorherrschend. Sophie Brentano starb 1806 im Alter von 36 Jahren im Kindbett.
Obras
Das Blüthenalter der Empfindung (Roman), 1794
Gedichte, 1800
Amanda und Eduard (Roman), 1803
Fiammetta (Übersetzung), 1806
Bibliografía Crítica
Julia Augart: Eine romantische Liebe in Briefen. Zur Liebeskonzeption im Briefwechsel von Sophie Mereau und Clemens Brentano. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006.
Christa Bürger: „Die mittlere Sphäre“. Sophie Mereau-Schriftstellerin im klassischen Weimar. In: Gisela Brinkler-Gabler (hg.): Deutsche Literatur von Frauen, Bd. 1: Vom Mittelelter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, München 1988, S. 366-388.
Christa Bürger: Leben Schreiben. Die Klassik, die Romantik und der Ort der Frauen, Stuttgart 1990.
Uta Fleischmann: Zwischen Aufbruch und Anpassung. Untersuchungen zu Leben und Werk der Sophie Mereau, Frankfurt a.M. u.a., 1989.
Dagmar von Gersdorff: Dich zu lieben kann ich nicht verlernen. Das Leben der Sophie Brentano-Mereau, Frankfurt am Main1984.
Katharina von Hammerstein: Sophie Mereau-Brentano. Freiheit - Liebe - Weiblichkeit: Trikolore sozialer und individueller Selbstbestimmung um 1800, Heidelberg 1997.
Britta Hannemann: Weltliteratur für Bürgertöchter. Die Übersetzerin Sophie Mereau-Brentano, Wallstein 2005.
Enlaces de interés
- http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/sophie-mereau
- http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=1051&RID=1
- http://www.wortblume.de/dichterinnen/mereau_i.htm
Texto Representativo
Erster Brief
Amanda an Julien
Ich habe den geliebten, vaterländischen Boden wieder betreten, und bin Dir nun wieder um vieles näher, meine Julie! Wer durch mehr als hundert Meilen getrennt war, dem scheint eine Entfernung von zwanzig nur ein unbedeutender Zwischenraum zu seyn, obgleich nicht selten sich hier größere Schwierigkeiten in den Weg stellen, als selbst bei jenen. – Du und Deine Liebe sind mir noch um vieles werther geworden, denn meine nähere Bekanntschaft mit den Menschen hat mich den Werth und die Seltenheit einer Neigung, die sich nicht auf äussere Verhältnisse sondern auf unsere Persönlichkeit gründet, sehr innig fühlen lassen. – Ich freue mich darauf, Dir, da ich hier sehr ruhig leben zu können hoffe, von Zeit zu Zeit manches aus der Geschichte dieser letzten, im Geräusch verlebten, Jahre nachholen zu können. Meine bisherigen flüchtigen Briefe müssen Dir nur einen sehr unvollkommenen Abriß meiner Lage gegeben haben. Alles war mir neu, Gegend, Menschen, Verhältnisse, und ich gestehe Dir, daß ich mich oft mit geheimem Vergnügen, oft auch mit Bangigkeit, daran erinnerte: »ich stehe nun wirklich auf dem Schauplatze der Welt, die ich mir sonst in mancher stillen Jugendphantasie verworren geträumt hatte.« Doch zuweilen schien das Gewühl von Menschen und der glänzende Schein, der mich umgab, meine Eigenthümlichkeit ganz verschlungen zu haben, und es kostete mir beinah Mühe, mich zu überzeugen, daß ich jenes stille, einfach erzogene Mädchen sei, welches die Welt und die Menschen nur aus ihren Büchern kannte. Mein ganzes, voriges Leben wich immer mehr in einen neblichen Hintergrund zurück, und selbst Dein Bild, meine Julie, schien an seiner Lebhaftigkeit verloren zu haben. Aber dann kam ein Brief von Dir, Du warst noch immer die Alte. Ganz und in Allem Deinen vorigen Ideeen getreu, lebtest Du noch ungestört in jenem glücklichen Ländchen, dessen Andenken mir immer mehr zu verschwinden drohte. Mit Dir erschienen die Geister aller vergangenen, freund lichen Jugendscenen, und so waren Deine Briefe das Band, das über Berg und Thal zu mir reichte, und mich an sanften, seidenen Fäden zu einem unversiegbaren Quell von Ruhe und milder Besonnenheit zurückführte […].
(Amanda und Eduard)
