Escritoras y Pensadoras Europeas
I+D del Ministerio de Educación y Ciencia (Duración: 3 años. Ref. HUM 2005-06658/FILO)
Investigadora Principal Dra. Mercedes Arriaga
Universidad de Sevilla
Escritoras y Pensadoras Europeas
Caroline Schlegel-schelling (1763 - 1809)
- Período Literario: Romanticismo
- Lengua en la que escribe: alemán
Caroline Schlegel wurde als Dorothea Caroline Albertine Michaelis 1763 in Göttingen geboren. Als Tochter des Professors für Orientalistik Johann David Michaelis (1717-1791) verkehrte sie früh mit den dortigen Gelehrtenfamilien. 1784 heiratete sie ihren Jugendfreund, den Clausthaler Amts- und Bergarzt Dr. Johann Franz Wilhelm Böhmer. Bereits im Februar 1788 aber starb ihr Mann. Caroline, erneut schwanger, zog mit Therese und Auguste, ihre Kinder, zurück ins Göttinger Elternhaus; vermutlich in dieser Zeit lernte sie August Wilhelm Schlegel kennen. Bis zum Herbst 1791 lebte Caroline mit Auguste in Marburg, seit Ende 1791 wieder in Göttingen. Als "kokette junge Witwe", wie sie sich selber nannte, übersiedelte sie schließlich mit Auguste im März 1792 nach Mainz. Im Oktober 1792 wurde Mainz durch französisch-revolutionäre Truppen unter Custine eingenommen, am 18.3.1793 die Mainzer Republik und drei Tage später ihr Anschluß an das revolutionäre Frankreich ausgerufen. Caroline trat nun den "Clubisten" in der "Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit" bei. Allerdings rückten bald preußische Truppen gegen die Mainzer Republik vor. Einige Zeit danach verließ daher auch Caroline Ende März 1793 Mainz. Sie wurden aber vom preußischen Militär erkannt. Caroline wurde zunächst auf der Burg Königstein, dann in Kronberg im Taunus inhaftiert. Sie fürchtete nun, daß man Forster für den Vater ihres Ungeborenen halten und sie als Geliebte eines verhassten "Democraten" mit Repressalien zu rechnen haben werde. Sie war deshalb entschlossen, sich zu töten, falls ihre Schwangerschaft entdeckt würde. Freunden und Verwandten gelang es jedoch, ihre Begnadigung bei König Friedrich Wilhelm II. von Preußen zu erreichen. Im Juli 1793 wurde sie freigelassen. Allerdings war Caroline nach der Haftentlassung in Deutschland als "leichtfertige" Frau und "Democratin" gesellschaftlich geächtet, selbst alte Freunde wandten sich von ihr ab. Nur wenige halfen ihr in dieser Zeit. Entscheidend war die Unterstützung durch die Brüder Schlegel. Den Bruder August Wilhelm heiratet sie im Juli 1796. Die Brüder Schlegel wurden zunehmend zum Mittelpunkt der Jenaer Romantiker. So bedeutete diese zweite Ehe für Caroline die Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft. Sie nahm an der literarischen Entwicklung des Kreises lebhaften Anteil. Ihre geistiger und organisatorischer Anteil als Mittelpunkt und Medium der Gruppe war entscheidend. Sie reduzierte sich bewusst jedoch als Helferin der Männer, Lektorin, Mitarbeiterin an der Zeitschrift Athenäum und an A.W. Schlegels Übersetzungen. Sie ließ Schlegel ihre Arbeiten unter seinem Name veröffentlichen. Bis auf wenige Kritiken, Gedichte und Konzepte ist nichts überliefert. 1798 kam der Philosoph Schelling nach Jena. Es entwickelte sich eine Liebesbeziehung zwischen ihm und Caroline, die von ihrem Mann toleriert wurde. Noch 1799 spielte Caroline in Friedrich Schlegels Werk Lucinde die Schlüsselrolle. Dann aber kühlte sich das Verhältnis zwischen Schwager und Schwägerin merklich ab und entwickelte sich zu offener Feindschaft. Auch aus dem Freundeskreis von Friedrich Schiller kamen heftige Angriffe gegen Caroline. Das lag teilweise an den Fehden zwischen den damaligen Dichterschulen der 'Romantiker' und 'Klassiker', in deren Zusammenhang sich die Romantiker über das schillersche Pathos lustig machen. Aus Kreisen der Klassiker erhielt Caroline dafür den Spottnamen "Madame Beelzebub". Auffällig ist, daß Goethe über Caroline nur achtungsvoll schrieb. Die Romantiker wiederum nahmen Goethe von ihrer Kritik aus, versuchten aber, ihn gegen Schiller auszuspielen. August Wilhelm Schlegel folgte Ende 1800 einer Berufung von Jena nach Berlin. Caroline blieb zurück; ihre Beziehung kühlte weiter ab. Caroline kam stattdessen zunächst 'halboffiziell' mit Schelling zusammen. Auf Grund zunehmender Entfremdung ließen sich Caroline und August Wilhelm Schlegel schließlich 1803 einvernehmlich scheiden. 1803 heirateten Caroline und Schelling in Murrhardt. Sie folgte ihm im selben Jahr zunächst nach Würzburg, 1806 nach München. 1809 starb Caroline in Maulbronn während eines Besuchs bei Schellings Eltern.
Nur ihre Briefe haben die Jahrhunderte überdauert, von ihnen sind mehr als vierhundert überliefert. Diese Dokumente einer politischen und literarischen Umbruchsituation beinhalten zugleich intime Selbstaussagen eines ungewöhnlichen Lebens, das widerspruchsreich, erfüllt, aber auch unerfüllt war. Ihre Briefe erzählen von weiblicher Lebenserfahrung im Sinne von Novalis, der denjenigen einen großen Menschen nennt, dessen Tagebuch das größte Kunstwerk sei.
Obras
Sie hatte an dem Aufsatz über Shakespeares Romeo und Julia (1797), an der Beurteilung einiger Schauspiele und Romane von Iffland, J. Schulz, Lafontaine (1798) und an dem Gespräch Die Gemälde (1798) von Schlegel wesentlichen Anteil.
Eigenständig verfasste Caroline einige Rezensionen belletristischer Werke, die in der Jenaer Literaturzeitung, im Athenäum, in Beckers Erholungen und ähnlichen Zeitschriften jener Jahre gedruckt wurden. Auch ein vereinzeltes "Fragment“ steuerte sie zum Athenäum bei.
Nach einem Brief ihres Bräutigams Schlegel an Schiller hatte sie um 1796 auch eine Erzählung geschrieben; erhalten ist neben literarischen Scherzen und anderen Kleinigkeiten aber nur der fragmentarische Entwurf eines Romans, der die seelische Entwicklung einer ihr ähnlichen Frau darstellen sollte.
Ihr schriftstellerisches Talent bewies Caroline am meisten in ihren anmutig plaudernden, von Verstand, Phantasie, Kunstsinn und poetischem Geist durchdrungenen, mit Neckerei und feiner Bosheit gewürzten Briefen, den schönsten Frauenbriefen der damaligen Zeit.
Bibliografía Crítica
-Sigrid Damm (hg.): „Lieber Freund, ich komme weit her schon an diesem frühen Morgen“-Caroline Schlegel-Schelling in ihren Briefen, Darmstadt/Neuwied 1988.
-Gisela Horn: Romantische Frauen. Caroline Michaelis-Böhmer-Schlegel-Schelling, Dorothea Mendelssohn-Veit-Schlegel, Sophie Schubart-Mereau-Brentano, Rudolstadt 1996.
-Eckart Kleßmann: Das Leben der Caroline Michaelis-Böhmer-Schlegel-Schelling, Bergisch Gladbach 1992.
-Hans-Thorald Michaelis: Geschichte der Familie von Boehmer in Fortführung der von Hugo Erich von Boehmer im Jahre 1892 verfaßten Genealogie. S. 104 ff., Bonn-Bad Godesberg 1978.
-B. Struzyk: Caroline unterm Freiheitsbaum, Berlin 1988.
Enlaces de interés
- http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Schelling,_Dorothea_Caroline_Alberti
- http://www.uni-ulm.de/LiLL/3.0/D/frauen/biografien/Jh18/schleg.htm
Texto Representativo
An August Wilhelm Schlegel
[…] Ich habe mir das Ganze überlegt. Kurz muß er durchaus seyn-höchstens Ein Bogen. Das Stück ist voller Leben, voller Bedeutung, aber doch auch so einfach-es sind keine Räthsel darin zu lösen. Der Charakter des Mönchs hat Tiefe, ohne Geheimniß. Kein Heiliger, ein würdiger, sanft nachdenkender Alter, ein edel betrachtender Geist, fast erhaben in seiner vertrauten Beschäftigung mit der leblosen Natur, und äußerst anziehend, pickant (wenn Du erlauben willst) durch seine eben so genaue Bekanntschaft mit dem menschlichen Herzen. Seine Kentniß desselben ist mit einer fröhlichen, ja witzigen Laune gefärbt. E hat einen schnell Kopf, sich in den Augenblick zu finden und ihn zu nuzen, muthig in Anschlägen und Entschluß, fühlt er ihre Wichtigkeit mit menschenfreundlichen Ernst. Von seinem Orden scheint er nichts zu haben, als ein wenig Verstellungskunst und physische Furchtsamkeit-er ist frey von Herschsucht, und setzt sich ohne Bedenken aus, um etwas Gutes zu stiften, ist freymüthig und Herr seiner selbst in einer Gefahr, der er nicht mehr entrinnen kann. Es ist sondebar zu sagen, aber es giebt nichts liebenswürdigres als diesen Mönch, und die erste Szene, in der er auftritt, dient dazu, uns eine achtungswürdige Gewalt in seinem Wesen fühlen zu laßen, die jenen Eindruck durch Verherung starkt […].
(„Lieber Freund, ich komme weit her schon an diesem frühen Morgen“, Briefe)
