Escritoras y Pensadoras Europeas
I+D del Ministerio de Educación y Ciencia (Duración: 3 años. Ref. HUM 2005-06658/FILO)
Investigadora Principal Dra. Mercedes Arriaga
Universidad de Sevilla
Escritoras y Pensadoras Europeas
Annette Von Droste-hülshoff (1797 - 1848)
- Período Literario: Romanticismo
- Lengua en la que escribe: alemán
Annette von Droste-Hülshoff, mit vollem Namen Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff, stammte aus dem altwestfälischen, katholischen Adel. Sie führte ein zurückgezogenes, sogar eingeengtes Leben. Eine erste größere Reise führte sie 1825 an den Rhein nach Köln, Bonn und Koblenz. In Bonn, das sie bis 1842 mehrfach besuchte, begegnete die Droste-Hülshoff August Wilhelm Schlegel. Zwar stand die Dichterin in brieflichem Kontakt mit intellektuellen Zeitgenossen wie den Brüdern Grimm, sie entzog sich aber niemals den Anforderungen ihrer Familie, etwa wenn sie immer wieder als Krankenpflegerin herangezogen wurde. Da sie ständig selbst kränkelte, standen für sie ein Bruch mit der Familie oder der Versuch nie zur Debatte, durch ihre Schriftstellerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine an sich harmlose Liebesaffäre wurde dann zu einer Lebenszäsur und zum lebenslangen Trauma. Danach gab sie alle Emanzipationsansprüche auf und beugte sich den gesellschaftlichen Konventionen der Biedermeierzeit. Wohl sah aber sie ihren Beruf als Dichterin. Annette von Droste-Hülshoff nahm ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich bewusst, große Kunst zu schaffen. Ihre Balladen wurden berühmt, wie Der Knabe im Moor, oder auch ihre Novelle Die Judenbuche, die einzige von ihr vollendete Prosaarbeit. Ein wichtiges Dokument tiefer Religiosität ist ihr Gedichtzyklus Das geistliche Jahr, in dem aber - typisch für die Zeit - auch die Zerrissenheit des Menschen zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Suche gestaltet wird. Die Ausführungen in diesem Werk werden heute als biographisch erachtet, da sie über 20 Jahre an dem gesamten Zyklus arbeitete. Bedeutend für ihr literarisches Wirken waren ihre Reisen an den Bodensee. Ab 1841 wohnte sie vorwiegend bei ihrem Schwager auf Schloss Meersburg am Bodensee. Insbesondere unter der Inspiration ihres Dichterfreundes Levin Schücking entstand in Meersburg ein Großteil ihrer „weltlichen“ Gedichte. Sie erwarb schließlich 1843 ein Haus, das Fürstenhäusle, am Stadtrand inmitten der Weinberge in Meersburg. Am 24. Mai 1848 verstarb Annette von Droste-Hülshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee. Nach ihrem Tod war sie so gut wie vergessen. Dies änderte sich in den 1870er und 80er Jahren, als man sowohl im Gefolge des sich erneuernden Katholizismus als auch des westfalischen Regionalismus nach literarischen Gewährleuten Ausschau hielt. Dem 20. Jahrhundert galt die Droste-Hülshoff von Beginn an als „Deutschlands größte Dichterin“. Die literarische Entwicklung der Droste-Hülshoff ist erstaunlich. Eine adlige Gelegenheitsschriftstellerin der Biedermeierzeit, die in den überaus engen Grenzen lebte, ein gut katholisches, stets kränkelndes Fräulein, das mit ebenso metaphorisch kühnen wie gedankentiefen Gedichten und mit einer bis dato unerhört realistischen und semantisch hochkomplexen „Kriminalgeschichte“ (Judenbuche) zur Weltliteratur vorstieß. In der Geschichte von der verfehlten Selbstverwirklichung des Friedrich Mergel, seiner Schuld und seiner grausigen Sühne mag die Dichterin ihre biographischen Versagungen, ihre Emanzipationswünsche und ihr Schuldbewußtsein literarisch projiziert haben. Schon die Briefe zeigen eine überaus phantasiebegabte, freiheitsdurstige Frau in der konfliktreichen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit, ihres Standes und ihres Geschlechtes. Daß ihr Name sich nicht im Dunkel vergessener Literaturgeschichte verlor, hat zwei Ursachen: zum einen fand die Dichterin zu einer exemplarischen religiösen Deutung ihrer gescheiterten persönlichen Selbstverwirklichung. Zum anderen fand sie eine Ersatzwirklichkeit für ihre begrabenen Jugendhoffnungen auf ein freies und selbstbestimmtes Leben. Das bekannte Gedicht Am Turme (1841) belegt in prägnanter Metaphorik (dem heimlich im Winde gelösten Haar), wie klar der Dichterin selbst dieser Zusammenhang von biographischer Resignation und poetischem Ersatzleben war. Ihre späten Lebensjahre sah die Dichterin im Zeichen der „Gnade“, wie es am besten vielleicht ihr Gedicht Mondesaufgang bekundet.
Obras
-Gedichte, 1838
-Die Judenbuche (Novelle erschienen in der Zeitschrift Morgenblatt für gebildete Leser), 1842
-Gedichte,1844
-Westfälische Schilderungen, 1845
-Das geistliche Jahr (Gedicht-Zyklus), 1818-1820 / 1839-1840
-Der Knabe im Moor (Ballade)
-Letzte Gaben (Nachlass), 1860
-Bei uns zu Lande auf dem Lande (Fragment, Nachlass), 1862
-Winfried Woesler (hg.): Historisch-kritische Ausgabe. Werke, Briefwechsel, 13 Bände in 25 Teilbänden, Tübingen 1978
Bibliografía Crítica
-Peter Berglar: Annette von Droste-Hülshoff, Reinbek 1967.
-Barbara Beuys: „Blamieren mag ich mich nicht“. Das Leben der Annette von Droste-Hülshoff, München 1999.
-Dieter Borchmeyer: Des Grauens Süße. Annette von Droste-Hülshoff, München 1997, Überarb. Neuaufl.: Annette von Droste-Hülshoff. Darf nur heimlich lösen mein Haar, München 2003.
-Monika Ditz/ Doris Maurer: Annette von Droste-Hülshoff und ihre Freundinnen, Bietigheim-Bissingen 2006.
-Walter Gödden: Annette von Droste-Hülshoff. Leben und Werk. Eine Dichterchronik, Bern 1994.
-Doris Maurer: Annette von Droste- Hülshoff. Ein Leben zwischen Auflehnung und Gehorsam, Bonn 1987.
-Ilse Pohl: Miniaturen - Über Cornelia Goethe, Adele Schopenhauer, Clara Schumann und Annette von Droste-Hülshoff. Verlag der Cornelia Goethe Akademie 2005.
-Ronald Schneider: Annette von Droste-Hülshoff, Stuttgart 1995.
-Levin Schücking: Annette von Droste, Ein Lebensbild, Hannover 1862.
-Emil Staiger: Annette von Droste-Hülshoff, Frauenfeld 1967.
Enlaces de interés
- http://www.boekerhof.de/droste.html
- http://www.nach100jahren.de/
- http://www.fgs.snbh.de/koll/weg/judenbu/index.html
- http://www.droste-gesellschaft.de/
Texto Representativo
Friedrich Mergel, geboren 1738, war der einzige Sohn eines sogenannten Halbmeiers oder Grundeigentümers geringerer Klasse im Dorfe B., das, so schlecht gebaut und rauchig es sein mag, doch das Auge jedes Reisenden fesselt durch die überaus malerische Schönheit seiner Lage in der grünen Waldschlucht eines bedeutenden und geschichtlich merkwürdigen Gebirges. Das Ländchen, dem es angehörte, war damals einer jener abgeschlossenen Erdwinkel ohne Fabriken und Handel, ohne Heerstraßen, wo noch ein fremdes Gesicht Aufsehen erregte und eine Reise von dreißig Meilen selbst den Vornehmeren zum Ulysses seiner Gegend machte - kurz, ein Fleck, wie es deren sonst so viele in Deutschland gab, mit all den Mängeln und Tugenden, all der Originalität und Beschränktheit, wie sie nur in solchen Zuständen gedeihen. Unter höchst einfachen und häufig unzulänglichen Gesetzen waren die Begriffe der Einwohner von Recht und Unrecht einigermaßen in Verwirrung geraten, oder vielmehr, es hatte sich neben dem gesetzlichen ein zweites Recht gebildet, ein Recht der öffentlichen Meinung, der Gewohnheit und der durch Vernachlässigung entstandenen Verjährung. Die Gutsbesitzer, denen die niedere Gerichtsbarkeit zustand, straften und belohnten nach ihrer in den meisten Fällen redlichen Einsicht; der Untergebene tat, was ihm ausführbar und mit einem etwas weiten Gewissen verträglich schien, und nur dem Verlierenden fiel es zuweilen ein, in alten staubichten Urkunden nachzuschlagen. Es ist schwer, jene Zeit unparteiisch ins Auge zu fassen; sie ist seit ihrem Verschwinden entweder hochmütig getadelt oder albern gelobt worden, da den, der sie erlebte, zuviel teure Erinnerungen blenden und der Spätergeborene sie nicht begreift. Soviel darf man indessen behaupten, daß die Form schwächer, der Kern fester, Vergehen häufiger, Gewissenlosigkeit seltener waren. Denn wer nach seiner Überzeugung handelt, und sei sie noch so mangelhaft, kann nie ganz zugrunde gehen, wogegen nichts seelentötender wirkt, als gegen das innere Rechtsgefühl das äußere Recht in Anspruch nehmen […].
(Die Judenbuche)
