Escritoras y Pensadoras Europeas
I+D del Ministerio de Educación y Ciencia (Duración: 3 años. Ref. HUM 2005-06658/FILO)
Investigadora Principal Dra. Mercedes Arriaga
Universidad de Sevilla
Escritoras y Pensadoras Europeas
Rahel Varnhagen (1771 - 1833)
- Período Literario: Romanticismo
- Lengua en la que escribe: alemán
Rahel Varnhagen wurde 1771 in Berlin geboren.
Als Frau und Jüdin war sie doppelt ausgeschlossen:
der Ghettoisierung durch die Gesellschaft und der
bürgerlichen Entmündigung im Hause. Sie gehörte zu jener Generation romantischer Frauen, die nicht nur eine Emanzipation der Gefühle, sondern menschliche Gleichstellung für sich forderten. Tochter des zu Wohlstand gekommenen jüdischen Kaufmanns und Bankiers Levin, sollte sie ihre Bildung selbst schaffen, wobei man die Wurzeln ihres anarchischen und rebellischen Fühlens und Denkens haben mag. 1790 bis 1806 führte Rahel einen literarischen Salon (Salon der Rahel Varnhagen), in dem Dichter, Naturforscher, Politiker, Gesellschaftsgrößen und Aristokraten auf einer Ebene miteinander verkehrten. Das Ideal der Geselligkeit förderte somit die Emanzipation. Berühmte Rahel-Gäste waren Jean Paul, Ludwig Tieck, Ernst von Pfuel, Friedrich Schlegel, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Friedrich de la Motte Fouqué, Prinz Louis Ferdinand und dessen Geliebte Pauline Wiesel. Ihr Talent lag im Gespräch, sie wirkte allein durch die Faszination ihrer Person, durch ihr pädagogisch-erotisches Geschick. Dabei besaß sie ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und einen scharfen Intellekt. Nach mehreren unglücklichen Beziehungen ehelichte Rahel 1814 den Diplomaten, Historiker und Publizisten Karl August Varnhagen von Ense und konvertierte zum Christentum. Der um vieles jüngere Diplomat und Schriftsteller wurde ihr Kind, Schüler und Liebhaber, später der sie vergötternde Prophet, Chronist und Herausgeber. Sie begleitete ihren Mann zum Wiener Kongress, von 1816 bis 1819 lebte sie in Karlsruhe und nach seiner Abberufung als Geschäftsträger am badischen Hof kehrte sie mit ihm im Oktober 1819 nach Berlin zurück. Aber schon bald führte sie ihren sogenannten "Zweiten Salon". Ihre Gäste waren u. a. Mitglieder der Familie Mendelssohn, Heinrich Heine, Eduard Gans, Ludwig Börne und der Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Mehrmals besuchte das Ehepaar Varnhagen Goethe in Weimar.
Als Schriftstellerin pflegte Rahel vor allem die Gattungen Tagebuch und Brief. Damit ist sie typisch für die im 19. Jahrhundert aufblühende Frauenliteratur, die kleine, intimere Formen bevorzugt. Der Wert ihres Schaffens resultiert jedoch nicht nur aus der Dokumentation historischer und kultureller Vorgänge, sondern aus Rahels brillantem Stil und ihrer politischen Weitsicht. Varnhagens Bedeutung liegt in der Exzentrik, mit der sie den eigenen Blick in Sprache umsetzte. Was und wie sie es schreibt, ist leidenschaftlich-offen bis zum Schamlosen, ja Ordinären, lebendig und dabei voller Witz und Klatsch, immer aber originell und spontan.
1812 publizierte Rahel Teile ihres Briefwechsels mit Karl August Varnhagen, die Johann Wolfgang von Goethe betrafen und dessen Ruhm als Weimarer Dichterfürst bestärkte. Weitere Veröffentlichungen in Journalen und Almanachen folgten. Sie blieb anonym, wurde aber als Schriftstellerin in zeitgenössischen Lexikonbeiträgen genannt. Aber der Großteil ihrer Schriften wurde postum von ihrem Ehemann und nach dessen Tod von seiner Nichte Ludmilla Assing ediert.
Obras
Von Karl August Varnhagen herausgegebene Editionen:
•Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde (1833)
•Galerie von Bildnissen aus Rahels Umgang und Briefwechsel (1836)
Von Ludmilla Assing herausgegebene Editionen:
•Briefwechsel mit David Veit (1861)
•Briefwechsel mit Konrad Engelbert Oelsner (1865)
•Briefwechsel mit Pauline Wiesel (1867)
•Briefwechsel mit Astolphe de Custine (1870)
•Briefwechsel mit K. A. Varnhagen von Ense (1873/74)
•Aus Rahels Herzensleben (1877)
Neuere Editionen:
•Rahel Bibliothek. Rahel Varnhagen: Gesammelte Werke. 10 Bände. München1983. Herausgegeben von Konrad Feilchenfeldt, Uwe Schweikert und Rahel E. Steiner
•Edition Rahel Levin Varnhagen. Briefwechsel mit Pauline Wiesel. München 1996. Herausgegeben von Barbara Hahn.
•Edition Rahel Levin Varnhagen. Briefwechsel mit Ludwig Robert. München 2001. Herausgegeben von Consolina Vigliero.
•"Ich will noch leben, wenn man's liest". Journalistische Beiträge aus den Jahren 1812-1829, Frankfurt a. M. u. a. 2001. Herausgegeben von Lieselotte Kinskofer.
Bibliografía Crítica
-Hannah Arendt: Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik, München 1997.
-Sabina Becker (hg) : Rahel Levin Varnhagen. Studien zu ihrem Werk im zeitgenössischen Kontext, St. Ingbert 2001.
-Barbara Honigmann: Das Gesicht wiederfinden. Über Schreiben, Schriftsteller und Judentum. Essays, München 2006
-Ursula Arese Isselstein: Studien zu Rahel Levin Varnhagen. Der Text aus meinem beleidigten Herzen, Torino 1993.
-Uwe A. Oster: Der preußische Apoll. Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1772-1806), Regensburg, 2003.
-Herbert Scurla: Rahel Varnhagen die große Frauengestalt der deutschen Romantik, Frankfurt a.M. 1980.
-Carola Stern: Der Text meines Herzens. Das Leben der Rahel Varnhagen, Reinbek 2002.
-Heidi Thomann Tewarson: Rahel Levin Varnhagen, Rowohlt 2003
-Dieter Wunderlich: Rahel Varnhagen. Eine Jüdin im Gespräch mit großen Deutschen. In: EigenSinnige Frauen. Zehn Porträts, München 2006.
Enlaces de interés
- http://www.varnhagen.info/
- http://altedrucke.staatsbibliothek-berlin.de/de/sammlungen/bibl_varnha
- http://www.dieterwunderlich.de/Varnhagen.htm
- http://www.judentum-projekt.de/persoenlichkeiten/geschichte/rahelvarnh
Texto Representativo
Der größte Künstler, Philosoph oder Dichter ist nicht über mir. Wir sind vom selben Element. Im selben Rang, und gehören zusammen[..]. Mir aber war das Leben angewiesen; und ich blieb im Keim, bis zu meinem Jahrhundert.
(Rahel: Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde)
Novalis sagt: „Die Liebe ist eine ewige Wiederholung“. Sie ist die größte Überzeugung, sage ich. Unüberwindlich ist Auge, Ohr und Gefühl überzeugt; unüberwindlich unser Herz von dem Gegenstande, wenn wir lieben, unüberwindlich der Eindruck: und ist die Überzeugung zu überwinden, so lieben wir nicht mehr. [..] Jeder liebt allein. Wie man allein betet.
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(Prag, 1814, Aus Denkblättern einer Berlinerin in Berlinische Blätter für deutsche Frauen)
Wir machen keine neuen Erfahrungen. Aber es sind immer neue Menschen, die alte Erfahrungen machen.
(Berlin, 15 Juli1821, Aus Denkblättern einer Berlinerin in Berlinische Blätter für deutsche Frauen)
Weißt du, warum wir hoffen? Wir können nicht ohne Bild leben. Ohne Hoffen haben wir kein Bild in der Seele; da ist nichts.
(Berlin, 15 Juli 1821, Aus Denkblättern einer Berlinerin in Berlinische Blätter für deutsche Frauen )
