Escritoras y Pensadoras Europeas
I+D del Ministerio de Educación y Ciencia (Duración: 3 años. Ref. HUM 2005-06658/FILO)
Investigadora Principal Dra. Mercedes Arriaga
Universidad de Sevilla
Escritoras y Pensadoras Europeas
Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974)
- Período Literario: Vanguardia
- Lengua en la que escribe: alemán
Sie wuchs als Tochter eines Offiziers (von Holzing-Berstett) in Potsdam und Berlin auf. Nach dem Lyzeumbesuch wurde sie Buchhändlerin in Weimar, dann in München und schließlich in Rom. Hier lernte sie auch ihren künftigen Mann kennen, der als Archäologe tätig war. Nach der Heirat 1925 lebte sie als Frau des Guido v. Kaschnitz-Weinberg dort, wo er lehrte, nämlich in Königsberg 1932-1937, dann in Marburg 1937-1941, dann in Frankfurt und Rom, 1953-1958. Nach dem Tode ihres Mannes lebte sie in Frankfurt, wo sie 1960 Vorlesungen über Poetik halten konnte. Sie begleitete ihren Mann auf den verschiedenen Studienreisen durch Griechenland, den Orient und durch Nordafrika. Die Begegnung mit der Antike wurde wesentlich für ihr literarisches Schaffen (vgl. »Griechische Mythen«, 1941, »Die Umgebung von Rom«, 1960, u. a.!). - Autobiographisch war der erste Roman »Liebe beginnt«, der 1933 veröffentlicht wurde. Das Schicksal eines Mädchens in der Pubertät wurde 1937 in »Elissa« dargestellt. Diese Werke sind heute ziemlich vergessen. 1945 begann - unter dem Eindruck des Endes des zweiten Weltkrieges - mit der Essaysammlung »Menschen und Dinge« der eigentliche Durchbruch. Diese zwölf Essays erschienen 1946 und erregten wegen ihrer Eindringlichkeit großes Aufsehen. 1947 erschienen mit noch größerer Wirkung zwei Lyrikbände »Gedichte« und »Totentanz und Gedichte«. Gleichnishaft und klar werden tiefe Eindrücke aus dem Krieg wiedergegeben. Sie wagte es, die Schrecken, aber auch die Hoffnung in einer Zeit aufklingen zu lassen, wo man nur vergessen wollte. Damit wird auch das religiös gestimmte »Dennoch« geschenkt. Einen Höhepunkt auf dieser Linie war das Requiem »Rückkehr nach Frankfurt« (1947). Wesentlich für die Ausdruckskraft der Dichterin wurde die Prosasprache: Essays und kürzere Geschichten verweisen eindringlich auf hintergründige, menschliche Schicksale. Zu erinnern sei an die Betrachtungen »Engelsbrücke« (1955) und an die Sammlung mit einundzwanzig Erzählungen »Lange Schatten« (1960). Der Tod des Mannes konnte nur bewältigt werden durch die Vergegenwärtigung des Leidens: »Dein Schweigen - meine Stimme« von 1962 ist bis heute ein oft gelesener Lyrikband. Dabei wird das Leiden der gesamten Kreatur mit einbezogen - eine biblische Grundeinsicht. Die Gegenwart wurde aber nie ausgeklammert, sondern hintergründig durchleuchtet, wie es in der äußeren Form eines Tagebuches in »Tage, Tage, Jahre« (1968) besonders klar zum Ausdruck kommt. Hinter persönlichen Notierungen erscheinen weltpolitische Bezüge. Zeitkritisches vermengt sich wohlgezielt mit persönlichen Erinnerungen. Derartige stilistische Meisterleistungen wurden vorbereitet mit der Durchdringung einer kürzeren Lebensepoche der Dichterin wie in den »Aufzeichnungen«, »Wohin denn ich« (1963). Die Synthese von sparsamen Ausdrucksmitteln in der Prosa mit der Analyse menschlichen Seins und Zusammenlebens zeigt sich besonders eindringlich in der »Beschreibung eines Dorfes« (1966). Von hier wird eine Brücke geschlagen zu den Spätaufzeichnungen (zum Teil Nachlaßpapiere) »Orte und Menschen«, ein Werk, das mit authentischer Anordnung der Aufzeichnungen posthum 1986 herausgegeben wurde. In den späteren Gedichten »Kein Zauberspruch« (Sammlung von 1962-1972) dient verdichtete Sprache zur Anklage gegen die Bedrohung der Menschheit durch Technisierung und Vermassung (vgl. das gegenwärtige Los im »Spital« - im gleichnamigen Gedicht). Hineingewobene christlich-religiöse Elemente spiegeln das Suchen und Hoffen der Dichterin wider, was auch besonders in den Hörspielen zum Ausdruck kommt (vgl. »Der Zöllner Matthäus«, 1956). Sie erhielt zahlreiche Ehrungen. 1955 bekam sie den Georg-Büchner-Preis, 1957 den Immermann-Preis. Mit der Friedensklasse des Ordens Pour le Mérite wurde sie 1967, mit der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt 1968 ausgezeichnet. 1970 bekam sie den Hebel-Preis. Die Autorin war Mitglied des PEN, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 1960 hatte sie auch die Professur für Poetik an der Universität Frankfurt inne. Sie starb im Oktober 1974.
Obras
Liebe beginnt (Roman, 1933)
Elissa (Roman, 1936)
Menschen und Dinge 1945. Zwölf Essays (1946)
Gedichte (1947)
Totentanz und Gedichte zur Zeit (1947)
Zukunftsmusik (Gedichte, 1950)
Hiroshima (1951)
Das dicke Kind und andere Erzählungen (1952)
Ewige Stadt (1952)
Engelsbrücke. Römische Betrachtungen (1955)
Das Haus der Kindheit. Autobiographie (1956)
Lange Schatten (Erzählungen, 1960)
Dein Schweigen – meine Stimme (1962)
Hörspiele (1962)
Einer von zweien (1962)
Wohin denn ich : Aufzeichnungen (1963)
Überallnie (1965), Gedichte
Ein Wort weiter (1965)
Ferngespräche (Erzählungen, 1966)
Beschreibung eines Dorfes (1966)
Popp und Mingel (1967)
Ein Gedicht (1967)
Die fremde Stimme (1969)
Ein Ruhiges Haus (Kurzgeschichte)
Die Katze (Gedicht)
Genazzano (Gedicht)
Juni (Gedicht)
Bibliografía Crítica
-Dagmar von Gersdorff: Marie Luise Kaschnitz. Eine Biographie. Insel, Frankfurt am Main 1992,
-Elsbet Linpinsel: Marie Luise Kaschnitz. Leben und Werk. (= Dichter und Denker unserer Zeit; Folge 37). Claassen, Hamburg u. a. 1971
-Elsbeth Pulver: Marie Luise Kaschnitz (= Autorenbücher; Bd. 40). C. H. Beck / Edition Text und Kritik, München 1984
-Johanna Christiane Reichardt: Zeitgenossin. Marie Luise Kaschnitz. Eine Monographie. Lang, Frankfurt am Main 1984
-Uwe Schweikert: Marie Luise Kaschnitz. (= Suhrkamp-Taschenbuch; Materialien; Bd. 2047). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984
-Interpretationen zu Marie Luise Kaschnitz. Erzählungen. (= Interpretationen zum Deutschunterricht). Oldenbourg, München 1969
-Jan Badewien, Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Hrsg.): Marie Luise Kaschnitz. Eine sensible Zeitgenossin. (= Herrenalber Forum; Bd. 30). Evangelischer Presseverband für Baden, Karlsruhe 2002 (Sammlung von Beiträgen zu einer Tagung in Bad Herrenalb 2001)
-Anita Baus: Standortbestimmung als Prozess. Eine Untersuchung zur Prosa von Marie Luise Kaschnitz. Bouvier, Bonn 1974
-Petra Huber-Sauter: Das Ich in der autobiographischen Prosa von Marie Luise Kaschnitz. Dissertation, Universität Stuttgart 2004
-Nikola Roßbach: „Jedes Kind ein Christkind, jedes Kind ein Mörder“. Kind- und Kindheitsmotivik im Werk von Marie-Luise Kaschnitz. Francke, Tübingen u. a. 1999
-Adelheid Strack-Richter: Öffentliches und privates Engagement. Die Lyrik von Marie Luise Kaschnitz. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1979
-Ulrike Suhr: Poesie als Sprache des Glaubens. Eine theologische Untersuchung des literarischen Werkes von Marie Luise Kaschnitz. (= Praktische Theologie heute; Bd. 8). Kolhhammer, Stuttgart u. a. 1992,
-Helga Vetter: Ichsuche. Die Tagebuchprosa von Marie Luise Kaschnitz. M und P Verlag, Stuttgart 1994,
Enlaces de interés
- http://www.kaschnitz.de/
- http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik
- http://www.dichterinnen.de/Kaschnitz/Biographie.htm
Texto Representativo
Haushalt
Hausgehalten
Ein Haushalt
Mit schwarzen Kassen.
Mit pfeifenden Murmeltieren
Schoten, braunem Affenbrot
Mit Wein in den Tränenkrügen
Herbstblättern
Herbstfeuer
Herbstschrei
Doch die Fühlhörner eingestülpt
Bei der Dornenhecke
Und aufs Band gesprochen:
Erbarmen.
(Gedicht)
