Escritoras y Pensadoras Europeas

Christine Brückner (1921 - 1996)

por Maria Evelina Santoro

Christine Brückner

Christine Brückner wurde als Tochter des Pfarrers Carl Emde geboren. Sie besuchte in Arolsen und in Kassel das Gymnasium. Im 2. Weltkrieg war sie für fünf Jahre dienstverpflichtet. Während dieser Zeit holte sie das Abitur nach. Sie wurde 1945 Diplombibliothekarin in Stuttgart. Von 1946 bis 1956 war mit dem Keramikkünstler Werner Brückner verheiratet. Sie war in den Jahren 1946 / 1947 Leiterin der 'Mensa academica' der Universität Marburg und von 1947 bis 1950 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut dieser Universität. Im Nebenberuf studierte sie in dieser Zeit Kunstgeschichte, Germanistik und Psychologie. Anfang der 1950-er Jahre war sie Redakteurin der Zeitschrift 'Frauenwelt' in Nürnberg.
Brückners erster Roman "Ehe die Spuren verwehen" erschien 1954 und gewann bei einem Romanwettbewerb des Bertelsmann Verlages den ersten Preis. Danach war sie hauptberuflich Schriftstellerin.
1965 zog Christine Brückner nach Kassel und heiratete dort im Jahr 1967 den Schriftsteller, Maler, Lektor und Dramaturgen Otto Heinrich Kühner.
1972 hatten Brückner und Kühner während einer Lesereise im Schwarzwald einen schweren Autounfall, den sie beide nur knapp überlebten. Brückner war danach für mehrere Monate im Krankenhaus. In dieser Zeit schrieb sie - im Krankenbett liegend - Kurzgeschichten, Balladen und Essays, die 1973 als Anthologie unter dem Titel "Überlebensgeschichten" erschienen.
1984 gründete sie zusammen mit ihrem Mann die Stiftung Brückner-Kühner, die seit 1985 u. a. den mit 10.000 Euro dotierten Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergibt und heute als Zentrum für komische Literatur, avancierte Dichtkunst und als Ort der Erinnerung an Christine Brückner und ihren Mann wirkt.
Christine Brückner starb wenige Wochen nach ihrem Mann.

Obras

Erzählungen und Romane

Ehe die Spuren verwehen, 1954
Katharina und der Zaungast, 1957
Ein Frühling im Tessin, 1960
Die Zeit danach, 1961
Bella Vista und andere Erzählungen, 1963
Letztes Jahr auf Ischia, 1964
Der Kokon, 1966
Das glückliche Buch der a.p., 1970
Überlebensgeschichten, 1973
Jauche und Levkojen, 1975
Die Mädchen aus meiner Klasse, 1975
Nirgendwo ist Poenichen, 1977
Was ist schon ein Jahr. Frühe Erzählungen, 1984
Das eine sein, das andere lieben, 1981
Die Quints, 1985
Die letzte Strophe, 1989
Früher oder später, 1996

Kinder- und Jugendbücher

Alexander der Kleine. Eine heitere Erzählung, 1966
A brother for Momoko. London: The Bodley Head 1970 (dt.: Ein Bruder für Momoko, 1981)
Wie Sommer und Winter, 1971
Momoko und Chibi, 1974
Die Weltreise der Ameise, 1974
Momoko ist krank, 1979
Mal mir ein Haus (mit Otto Heinrich Kühner), 1980
Momoko und der Vogel, 1982

Sonstige Schriften

Kleine Spiele für große Leute, 1957
Erfahren und erwandert (mit Otto Heinrich Kühner), 1979
Mein schwarzes Sofa. Aufzeichnungen, 1981.
Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen, 1983
Lachen um nicht zu weinen. Ein Lesebuch, 1984
Deine Bilder. Meine Worte (mit Otto Heinrich Kühner), 1986
Hat der Mensch Wurzeln? Autobiographische Texte, hrsg. v. Gunther Tietz, 1988
Die Stunde des Rebhuhns. Aufzeichnungen, 1991
Lieber alter Freund. Briefe, 1992
Weitere ungehaltene Reden, 1995
Unterwegs. Reisen in nicht allzu ferne Länder, 1995
Ständiger Wohnsitz. Kasseler Notizen, hrsg. u. mit einem Nachwort vers. v. Friedrich W. Block, 1998
Ich will Dich den Sommer lehren. Briefe aus vierzig Jahren (mit Otto Heinrich Kühner), hrsg. u. mit einem Vorwort vers. v. Friedrich W. Block, 2003

Traducciones

-Se tu avessi parlato, Desdemona; traduzione di Donatella Frediani, Milano : Longanesi, 1985.

Bibliografía Crítica

-Über Christine Brückner. Aufsätze, Rezensionen, Interviews, hrsg. v. Gunther Tietz. 2. Aufl. Frankfurt am Main u.a.: Ullstein 1990.
- Walter Pape, Christine Brückner, Leben und Werk, Frankfurt/M. [u.a.], Ullstein, 1994
-Margaritha Jacobaeus: "Zum Lesen empfohlen". Lesarten zu Christine Brückners Poenichen-Trilogie. Eine rezeptionsästhetische Studie. Stockholm: Almqvist u. Wiksell Internat. 1995. (= Stockholmer germanistische Forschungen; 51)
-Pawel Zimniak: Die verlorene Zeit im verlorenen Reich. Christine Brückners Familiensaga und Leonie Ossowskis Familienchronik. Zielona Góra: Wydaw. Wy·zszej Szkoly Pedagog. 1996
-Karin Müller: "Das Leben hält sich oft eng an die Literatur". Die Archetypen in den Poenichen-Romanen Christine Brückners. Glienicke/Berlin u.a.: Galda u. Wilch 2000
-Elwira Pachura: Polen - die verlorene Heimat. Zur Heimatproblematik bei Horst Bienek, Leonie Ossowski, Christa Wolf, Christine Brückner. Stuttgart: Ibidem-Verl. 2002

Enlaces de interés

Texto Representativo

Laßt mich mit ihm allein! Er war mein Mann,
was fürchtet ihr für einen Toten?
Daß ich ihn zweimal töte? Er hätte es verdient.
Du hast gesagt, Agamemnon, bei den Atriden gibt es nur eines:
zu morden oder gemordet zu werden. Ich sagte:
Gut, dann morde mich! Aber ich mache dich zum Mörder!
Jetzt ist es umgekehrt gekommen.
Du hast gesagt: Nenne niemanden glücklich, bis er gestorben ist.
Bist du nun glücklich?


('Bist du nun glücklich, toter Agamemnon? Die nicht überlieferte Rede der Klytämnestra an der Bahre des Königs von Mykene', in 'Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen').

Imprime / Descarga / Guarda este enlace:

Imprimir Guardar del.icio Google Yahoo RSS
RSS  I+D